Design

Design Thinking – das andere Arbeiten

Innovative Denkmethoden sind en vogue. Mit der Gewissheit, dass gerade in stark vom digitalen Wandel geprägten Bereichen der Wettbewerb mehr und mehr über Innovation und Schnelligkeit entscheiden wird, rüsten sich Unternehmen für die Zukunft. Und schaffen Platz für neue Denk- und Herangehensweisen.

Eine Antwort auf den steigenden Veränderungsdruck lautet für viele Unternehmen Design Thinking. Die Denkmethode soll das Umsetzen von mehr und vor allem besseren Ideen in kürzerer Zeit ermöglichen.

Definition

Design Thinking ist eine experimentelle Denkmethode, welche den Nutzer in den Mittelpunkt stellt und in spielerischen, freien Entwicklungsumgebungen das Generieren von Ideen und Prototypen fördert. Um dies zu erreichen sollen Menschen unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten um Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht überzeugen.

Viele größere Unternehmen haben den Nutzen von Design Thinking erkannt und versuchen nun, Denkweise und Philosophie an ihre Mitarbeiter heranzutragen. Erfolgen tut dies oftmals in kleineren Denkzellen und Inkubationsräumen. In Berlin hat zum Beispiel die Lufthansa bereits 2014 ihr Innovations-Hub in einem Kreuzberger Airbnb-Apartment gegründet. Zunächst auf ein Jahr befristet, ist der Hub mittlerweile in einem 400-Quadratmeter-Loft am Hackeschen Markt zu finden – als feste Institution, mit festen Mitarbeitern und mit festem Budget.

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Auf der großen Bühne angekommen

Auch andere große Unternehmen widmen sich dem Design Thinking in eigens dafür geschaffenen Umgebungen. Im Hamburger Schanzenviertel hat Europas zweitgrößtes Verlagshaus Gruner+Jahr das Innovation Lab „Greenhouse“ eröffnet. Der Verlag lässt dort z.B. Themenportale online stellen, um Resonanz und Aktivierungsgrad bestimmter Themen zu testen. Des Weiteren werden im Greenhouse Ideen entwickelt, um gezielt Influencer in die Vermarktung der eigenen Produkte einzubinden.
VW und Porsche haben ebenfalls ein Innovationslabor aufgemacht – im ehemaligen MTV-Gebäude an der Stralauer Allee in Berlin. Unweit davon, in Berlin-Schöneberg, hat die Telekom ihr Creation-Center in welchem sich Mitarbeiter in Design Thinking üben sollen.
Auch Unternehmensberatungen haben sich Design Thinking bereits als Dienstleistung auf die Fahne geschrieben. Accenture, eines der weltweit größten Beratungsunternehmen, eröffnete im Frühjahr 2016 die Future Camp Workshop & Werkstatt in Kronberg (Taunus). Die dort monatlich stattfindenden Open House Sessions laden Interessierte zum Besuch der Räumlichkeiten ein.

Entwickeln, Verwerfen, vorantreiben

Was genau ist an diesem Denkmodell innovativ oder anders? Design Thinking ist eine Abkehr von gelernten Denkmustern, da diese in Zeiten der ständigen technischen Neuerungen und einem aggressiven Wettbewerb nicht mehr zielführend sind. Design Thinking setzt den Fokus auf das Finden von Ideen, deren direkte Erprobung und effektive Umsetzung. Anhand erster Prototypen die aus Karton, Knetmasse oder Papier entstehen können soll herausgefunden werden, ob der Kunde mit der jeweiligen Idee überhaupt etwas anfangen kann.
Die Denkmethode sieht kein strikt nacheinander stattfindendes Abarbeiten von Aufgaben innerhalb des Entwicklungsprozesses vor. Vielmehr gilt es, einen interdisziplinären Austausch zu fördern um so parallel die entwickelten Ideen zu hinterfragen, zu verwerfen oder sie zu optimieren. Eine weiterer Unterschied zu bestehenden Denkstrukturen: Fehler machen gehört im Design Thinking dazu und ist sogar gewollt. Fehler können helfen, Probleme langfristig besser zu verstehen und entsprechende Lösungen zu finden. Denn fest steht: Je früher in einem Entwicklungsprozess Fehler gemacht werden, umso kostengünstiger können sie behoben werden.

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Ein Wandel folgt (nicht gleich)

Um Design Thinking in der Unternehmenskultur zu verankern bedarf es Zeit und Ressourcen. Manager müssen zum Teil über Jahre praktizierte Formen des Führens und der Zusammenarbeit neu überdenken und ändern. Mehr noch: Räume müssen gemietet (oder gekauft) werden, Coaches bezahlt und Mitarbeiter die geschult werden im Tagesgeschäft adäquat ersetzt werden. Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Doch dieser nehmen sich bereits viele Unternehmen an.
Das zeugt davon, dass Design Thinking eine Lösung für den ständigen Veränderungsdruck und die Suche nach erfolgsbringenden Ideen und Anwendungen sein kann. Langfristig kann Design Thinking sogar als Basis für zukünftige Arbeitskonzepte dienen und eine wichtige Schnittstelle zwischen Mensch und Arbeit darstellen. Wenn Entscheider Design Thinking verinnerlichen, kann es zur weitreichend praktizierten Managementphilosophie werden.

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Carsten Prenger ist geschäftsführender Gesellschafter der stay golden GmbH. Er liebt die Entwicklung visueller Erscheinungsbilder und ist ein großer Fan von CrossFit und Ausdauersport.

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