Design, Strategie

Ideation – wie Ideen entstehen, und wie nicht (Teil 1)

Konstant gute, ja sogar sehr gute, Ideen zu entwickeln ist eine echte Herausforderung. Oft hat es den Anschein, als seien viele tragfähige Ideen bereits in Verwendung und wenig "Neues" greifbar. In solchen Situation hilft Ideation dabei, kreative und neuartige Ideen entwickeln und umsetzen zu können.
Definition

Der Prozess der Ideenbildung und -findung wird Ideation genannt. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „idea“ (dt. Idee) und „generation“ (dt. Erzeugung) zusammen. Eine Ideation kann sowohl ein formloser, ganz natürlicher Vorgang sein als auch eine systematische, konzeptionelle Herangehensweise auf Basis spezieller Techniken.

Es gibt weder eine Blaupause noch eine allgemeingültige Formel für die erfolgreiche Entwicklung neuartiger Ideen und kreativer Lösungen. Was es jedoch gibt sind grundlegende Prinzipien und Techniken, die für den Prozess des kreativen Denkens bzw. der Ideenfindung dienlich sind.

Wie entstehen Ideen?

Im Alltag erleichtern uns Routinen die tägliche Arbeit. Sie sparen uns oft Zeit, Geld und Energie. Für die Ideation sind Routinen jedoch alles andere als hilfreich. Auf der Suche nach der frischen, neuen Idee geht es eher darum, die eigene Komfortzone zu verlassen um eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen. Das Ziel ist, durch Experimentieren, Weiterdenken oder die Einnahme eines neuen Blickwinkels auf Lösungen zu kommen, die eben nicht naheliegend, sondern überraschend und neuartig sind. Eine zielgerichtete Ideenfindung besteht dabei aus einem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Denkstile: Divergentes und konvergentes Denken. Entscheidend für Qualität und Erfolg der entwickelten Ideen ist die Kombination der beiden.

Divergentes/laterales Denken

Um überraschende, andersartige Ideen entwickeln zu können, ist es wichtig, gängige Pfade (und Denkmuster) verlassen zu können. Hierbei hilft das divergente bzw. laterale Denken.
In diesem Artikel werden die Begriffe divergentes Denken und laterales Denken synonym verwendet, da sie den gleichen bzw. einen sehr ähnlichen Bedeutungsumfang haben (1).

Divergentes Denken bedeutet, dass für die Ideenbildung in viele unterschiedliche Richtungen gedacht wird und alternative Lösungsansätze in Betracht gezogen werden. So entstehen mannigfaltige Ideen, welche zum Teil sehr weit vom ursprünglichen Briefing weg sein können.

Divergentes Denken ermöglicht es uns, logische und rationale Denkmuster und Verhaltensmuster zu umgehen. Es verwendet Techniken, um das lineare Denken zu unterbrechen. Dies gibt uns die Möglichkeit, Dinge anders zu sehen, zu hinterfragen und rationale Aspekte in den Hintergrund zu stellen.

In der Regel umfasst das divergente bzw. laterale Denken zwei Phasen: In der ersten Phase werden alle Informationen und Annahmen ohne Bewertung gesammelt. In der zweiten Phase wird jede dieser Annahmen hinterfragt und geschaut, welche Lösungen und Wege sich dadurch ergeben.

Konvergentes Denken

Um bei der möglichen Vielzahl an unterschiedlichen Ideen das eigentliche Ziel bzw. das ursprüngliche Problem nicht aus den Augen zu verlieren, ist das konvergente Denken wichtig. Man kann das konvergente Denken als konventionelle Art des Problemlösens betrachten: logisch, planmäßig, rational und, in gewisser Weise, objektiv. Konvergentes Denken eignet sich somit für die Auswertung der entstandenen Ideen. Es ermöglicht die objektive Prüfung der Ideen sowie die Einschätzung von Machbarkeit und Umsetzung.

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Was hindert uns bei der Ideenfindung?

Innerhalb jeder Phase der Ideation kann es Umstände geben, welche uns von der Entwicklung tragfähiger Ideen abhalten. Das sind jene Momente, in denen anscheinend keine gute Idee entstehen mag. Die Blockaden, welche uns von der Ideenbildung abhalten, können unterschiedlicher Natur sein. Unterteilen lassen sie sich in zwei Kategorien:

1. interne (persönliche) Blockaden

Zu den internen Blockaden gehören etwa (zu) routinierte Denkmuster, ein starrer Fokus auf Logik und Richtigkeit sowie die Angst vor Versagen und Ablehnung (z.B. auf Grund einer komplexen oder kostenintensiven Umsetzung der Idee).

2. externe Blockaden

Zu den externen Blockaden zählen vor allem das Arbeitsumfeld, das Team bzw. die Mitarbeiter oder fehlende Mittel und Methoden zur nötigen Umsetzung.

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Wie erfolgt der Durchbruch zu den Ideen?

Kreativität und Ideenfindung haben nicht ausschließlich etwas mit der eigenen Persönlichkeit zu tun. Die Ausrede „mir fällt nichts ein, ich bin halt kein kreativer Mensch“ zählt also nicht (oder nur bedingt).
Es gibt Maßnahmen, welche das Entwickeln neuer Ideen ankurbeln. Dazu gehören u.a.
•  das Durchbrechen der täglichen Routine
•  Mut zum Experimentieren
•  Hinterfragen des Briefings bzw. des Problems
•  Querdenken, Verlassen bestehender Denkpfade
•  Neugierde

Diese Maßnahmen können jedem dabei helfen, Dinge anders zu sehen, Grundlegendes zu hinterfragen und wichtige Details für die Entwicklung neuer Ideen herauszuarbeiten. Interne und externe Blockaden können durchbrochen und die Basis für eine erfolgreiche Ideation gelegt werden. Und die ist heute wichtiger denn je, ist sie doch der Schlüssel zu Originalität und Wiedererkennung.
Denn es gibt heute mehr Werbung, mehr Botschaften und mehr Informationen als je zuvor, aber nur ein kleiner Teil davon ist wirklich anders und originell.

 

Ende Teil 1.

(Im zweiten Teil zum Thema Ideation werden konkrete Techniken zur Ideenfindung vorgestellt. Der Artikel erscheint in Kürze.)

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Carsten Prenger ist geschäftsführender Gesellschafter der stay golden GmbH. Neben der Entwicklung visueller Erscheinungsbilder oder dem Schreiben an Artikeln für Matter of Design betreibt er gerne Fitness- und Ausdauersport.

5 Comments

    1. Hallo S. T.,

      danke für dein Feedback. Wir haben dies hier (nun ist die für diesen Artikel richtige Definition zu finden) und an anderer Stelle im Blog bereits korrigiert und freuen uns, einen Altphilologen unter unseren Lesern zu wissen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Carsten

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