Design

Versagt das Design, versagt das Produkt

Ob Möbelstück, Lautsprecher, Bohrmaschine, Software oder Automobil: Funktionales, ästhetisch anspruchsvolles und erlebnisorientiertes Design ist heutzutage Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Produkt – und längst ein Kernattribut erfolgreicher Marken.

Unternehmen wie Vitra, Würth, Bose oder Audi zeigen: Design verschafft Wettbewerbsvorteile. Mehr noch: Design verschafft wirtschaftlichen Erfolg.

Definition

Design ist ein Sammelbegriff für das Gestalten, das Konzipieren und Entwerfen von Informationen, Objekten, Dienstleistungen und Systemen aller Art. Design vereint zahlreiche Disziplinen und geht über die reine Formgebung und Visualisierung hinaus. Heutzutage sind insbesondere Funktionalität, Interaktion und Erlebnis wichtige Aspekte innerhalb eines Design-Prozesses.

Die Komplexität der modernen Gesellschaft stellt hohe Anforderung an das heutige Design, dient es doch oft als Bindeglied zwischen Technologie und Mensch.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Design sich heutzutage über mehrere, zum Teil sehr unterschiedliche Disziplinen erstreckt, dazu zählen u.a.:

• Kommunikationsdesign
• Produktdesign
• Interaktionsdesign
• Erlebnisdesign
• Sounddesign

Die enorme Bandbreite all dieser Bereiche zeigt: Design vereint Funktionalität, Bedienbarkeit, Interaktion, Erkennbarkeit und Emotion. Versagt das Design, versagt das Produkt.

„Designing a product is designing a relationship.“
– Steve Rogers, Interaction Designer

Herausforderungen an das moderne Design

Genau hier liegt auch die größte Herausforderung für das Design: Es bedarf des Zusammenbringens und Koordinierens unterschiedlichster Disziplinen. Die Vertreter der einzelnen Disziplinen verfolgen oft eigene Interessen, Ziele und Perspektiven. Jeder Designer muss letztlich jedoch das Produkt immer aus den Augen des Kunden – und somit in seiner Gesamtheit – betrachten.
Die Arbeit eines Designers ist vor allem dann von Erfolg gekrönt, wenn sie in einem gut strukturierten und funktionierenden Prozess bzw. in einem dementsprechenden Umfeld stattfinden kann. Oft gilt es sich jedoch gegen interne Widerstände wie isoliertes Arbeiten, unklare Zuständigkeiten einzelner Bereiche und wirtschaftliche Einflussfaktoren durchzusetzen. Ein großer Teil des Designs ist demnach reines Management: Führen, Vermitteln, Delegieren.

Übersättigte Märkte und immer kürzere Produktzyklen sorgen außerdem dafür, dass der betriebswirtschaftliche Faktor immer einen enormen Stellenwert hat. Das ist aus Unternehmenssicht absolut nachvollziehbar. Für das Design bedeutet es aber unter Umständen, dass selbst großartige Produkte vom Markt verschwinden, wenn sie sich nicht (oft genug) verkaufen.

Eine weitere Herausforderung stellen die unterschiedlichsten Ansprüche dar, denen das finale Design gerecht werden muss. Der Auftraggeber wünscht sich ein außergewöhnliches Design, der Produzent wünscht sich ein ökonomisches, kosteneffektives Design, der Konsument wiederum hat wahrscheinlich noch viele weitere Wünsche.

„Auf die Explosion der unbegrenzten Möglichkeiten folgt die Implosion ihrer Beherrschung.“ – Kurt Weidemann, Typograph & Gestalter

Die Bedeutung nimmt zu

Es ist bereits abzusehen, dass zukünftig das Bedürfnis nach gutem Design weiter steigen wird. Das erzwingen u.a. technologische Faktoren. Immer mehr Geräte werden in den nächsten Jahren miteinander verschmelzen (Smart-TV und Smart-Home zeigen dies bereits) und so komplexeren Produkte und Dienstleistungen entstehen. Auch die Integration bestehender Software und Systeme in Kleidungsstücke (sog. Wearables) wird ein Design erforderlich machen, welches die komplexen Funktionen (beispielsweise Kommunikation, Durchführen von Körpermessungen, Reaktion auf lokale Begebenheiten, etc.) verständlich strukturiert, vermittelt und eine einwandfreie Funktionalität gewährleistet.

Jedes Produkt, jede Anwendung und jede Dienstleistung braucht – um wahrgenommen und als positiv empfunden zu werden – ein Design. Es wird für Unternehmen auch weiterhin enorm wichtig sein, ihre Produkte trennscharf von denen des Wettbewerbs abzugrenzen, ihre Stärken sichtbar zu machen um sich so durch Design einen Mehrwert zu verschaffen, der über den reinen Produktnutzen hinausgeht.

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Ästhetik, Verhalten, Intuition und Bedienbarkeit: Design ist eine umfangreiche Profession die in unterschiedlichen Bereichen (vom Sound, über die visuelle Form, der Bedienbarkeit, etc.) überzeugen muss. Denn nur großartiges Design erzeugt großartige Erfahrungen. Und diese sind heute kaufentscheidend. Das wissen die Hersteller ebenso wie die Käufer.

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Carsten Prenger ist geschäftsführender Gesellschafter der stay golden GmbH. Neben der Entwicklung visueller Erscheinungsbilder und dem Schreiben neuer Artikel für matter of design verbringt er gerne Zeit an der frischen Luft, am liebsten in seiner Heimatstadt Osnabrück.

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